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Gesamtschule
in Australien
Australien hat in der PISA-Untersuchung
besonders gut abgeschnitten. Wir informieren Sie auf dieser Seite über
das Schulsystem in "down under".
Vorbemerkung:
Die Verantwortung für Schule und Unterricht teilen sich in Australien
Bundesregierung, Bundesstaaten und "Territorien". Das hat
ähnlich wie bei uns dazu geführt, dass es unterschiedliche Ausprägungen
in der Organisation von Schule und anderen Bildungseinrichtungen gibt,
wobei die Schulstruktur in der Primarstufe und in der Senkundarstufe I die
einer Gesamtschule ist. Die Bundesregierung greift nicht in den
Schulalltag ein, sondern hat lediglich koordinierende Funktion und
unterstützt die Bundesstaaten und Territorien in der
Bildungsfinanzierung.
In den letzten 10 Jahren gab es verschiedene Untersuchungen und
Erhebungen im Bildungswesen, um der Bildungspolitik Hinweise zur
Modernisierung der Einrichtungen zu geben. Zuletzt wurden die Ziele einer
angestrebten Bildungsreform von zuständigen Ministern und
Bildungspolitikern auf allen drei Ebenen auf einer Konferenz in Adelaide
1999 neu gesteckt. Es ging dabei um eine dezidiert schülerzentrierte
Konzeption, die stärker als bisher ergebnisorientiert angelegt sein
sollte. Als angestrebte Ergebnisse wurden genannt Fähigkeiten und
Fertigkeiten (capacities and skills), durch das Curriculum verbindlich
festgelegte Kenntnisse und Wissen sowie Einstellungen in Bezug auf den
Wert "soziale Gerechtigkeit". Entscheidend war die Absicht,
regelmäßige Evaluationen durchzuführen und auf der Grundlage zentral
festgelegter Indikatoren zu einem benchmarking zu gelangen. Zentrale Tests
wurden vereinbart für die Jahrgangsstufen 3, 5 und 7 in "literacy"
und Mathematik. Die ersten Ergebnisse sollen in diesem Jahr vorliegen.
Die Schulstruktur
Die Struktur des Schulwesens ist übersichtlich: Nach dem Besuch einer
zweijährigen vorschulischen Einrichtung (preschool) gehen die Kinder 6
bzw. 7 Jahre lang in die Grundschule. Danach gehen sie ohne Prüfung in
die Sekundarstufe I über. Die Sekundarstufe II (Senior Secondary
Education) umfasst zwei bis drei Jahre (Klassenstufe 11 bis 12, bzw. 13)
und bietet unterschiedliche Kurse und Inhalte an.
Vorschulerziehung
Seit 2000 wurden die vorschulischen Einrichtungen unter dem Begriff
"preschool" zusammengefasst. Dazu gehörten die bis dahin unterschiedlich benannten staatlichen und privaten Einrichtungen für die
drei- bis vierjährigen Kinder, z.B. Kindergarten, Transition,
Reception oder Preprimary. Der Besuch dieser gewöhnlich
Halbtageseinrichtungen ist freiwillig. Im Jahr vor der Klasse 1, dem so
genannten Vorbereitungsjahr (preparatory year) geschieht das Lernen
spielerisch, aber Lesen, Schreiben und Mathematik sind bereits Gegenstand
des "Unterrichts". Das Vorbereitungsjahr ist mit zwei Ausnahmen
in allen Bundesstaaten Teil der Primarstufe.
Die Primarstufe
(Grundschule)
Während der ersten Jahre der Grundschule steht die Vermittlung der
englischen Sprache, Mathematik, Sozialkunde, Gesundheit,
Naturwissenschaft, Sport und Technologie auf dem Stundenplan. Einige
Schulen bieten Musikunterricht oder Fremdsprachen an. Die Kinder sind in
der Regel mit gleichaltrigen Kindern in einer Klasse. Der Klassenlehrer
unterrichtet alle Fächer. Gewöhnlich ist der Unterricht koedukativ; an
einigen Privatschulen allerdings werden entweder nur Jungen oder nur
Mädchen unterrichtet. Die Kinder steigen von Klassenstufe zu Klassenstufe
entsprechend der Empfehlung des Lehrers nach Rücksprache mit den Eltern
auf. Am Ende der Grundschule zum Übergang in die Sekundarstufe I gibt es
keine Prüfung; es wird auch kein Zeugnis erteilt. Lediglich einige
Spezialschulen (für besonders leistungsstarke Schüler in bestimmten
Fächern) und einige Privatschulen haben Aufnahmeprüfungen zur
Voraussetzung.
Sekundarstufe I
Die Sekundarstufe I beginnt entweder mit Klassenstufe 7 oder 8 je nach
Bundesland. Sekundarstufenschulen sind in aller Regel integrierte
Gesamtschulen, allerdings haben einige Schulen besondere Angebote in
Sprachen, Kunst, Landwirtschaft, Technologie oder Darstellendes Spiel.
Sekundarschulen können auch – je nach Bundesstaat – eine Unterteilung
in "junior secondary level" und "senior secondary level"
vornehmen. Ein Drittel der Sekundarschulen sind reine Jungen- oder
Mädchenschulen.
Die Lehrer in den Sekundarschulen unterrichten lediglich ein oder zwei
Fächer. Die Schüler wechseln den Unterrichtsraum entsprechend ihrem
Stundenplan zu den jeweiligen Kursen. Die Unterrichtsstunden dauern
zwischen 40 bis 50 Minuten. Gewöhnlich haben die Schüler fünf oder
sechs Fächer pro Semester.
Die Schüler können insbesondere in Mathematik in Leistungskurse
gruppiert werden. Am Ende des jeweiligen Schuljahres gehen die Schüler
ohne Prüfung in die nächst höhere Jahrgangsstufe über. Die ersten
beiden Jahre der Sekundarstufe (Klassenstufe 7 und 8) erhalten die
Schülerinnen und Schüler gewöhnlich das gleiche inhaltliche Angebot.
Erst in Klassenstufe 9 beginnt eine Differenzierung, und die Schüler
können Fächer aus einem Wahlpflichtbereich wählen einschließlich
solcher wie Stenographie und Schreibmachine, Auswirtschaft, Kunsthandwerk
oder "Verbraucher-Erziehung".
Sekundarstufe II (Senior
Secondary Education)
In der Klassenstufe 11 und 12 werden Unterrichtsprogramme angeboten, die
die Jugendlichen auf ein zukünftiges Studium oder aber unmittelbar auf
einen Beruf vorbereiten. Das Absolvieren der 12. Klasse bedeutet für die
Mehrzahl der Jugendlichen, eine dreizehnjährige Bildungszeit durchlaufen
zu haben.
Jugendliche, die im Anschluss an die Schule ein Studium aufnehmen
wollen, nehmen besondere Bildungsangebote wahr (tertiary entrance
programmes). Die Angebote für Schülerinnen und Schüler, die nicht
die Absicht haben zu studieren, bereiten entweder direkt auf den Beruf vor
oder auf den Besuch einer Technischen Hochschule bzw. einer Einrichtung
der Weiterbildung [(Technical and Further Education (TAFE) college]
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